Wörtlich zum Sinn finden

Ein Vortrag der aus der eigenen Passion für Literatur und Logopädagogik entstanden ist  und der Haltegriffe zur Bewältigung des Lebens geben möchte.
Logos & Logos
Im Anfang war das Wort heißt es im Johannes-Evangelium. Gemeint könnte sein, dass die Schöpfung, das Menschsein untrennbar mit dem Gespräch, dem Wort und somit der Fähigkeit sich wörtlich und sinngemäß in Beziehung zur Welt zu setzen, verbunden ist.
In kaum einer anderen Therapie hat das Wort, das Gespräch so eine zentrale Bedeutung wie in der Logotherapie, der Logopädagogik.
Bibliotherapie
Die Bibliotherapie ist eine künstlerische Therapieform die die Heilkraft der Sprache nutzt.
Die Literatur unterstützt uns in der Selbstdistanzierung und lässt uns in andere Welten eintauchen.

https://www.franklzentrum.org/zentrum/programm/termin/1081/logos-und-logos-woertlich-zum-sinn-finden.html

 

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Worauf es heuer ankommt

Das Jahr ist noch frisch wie soeben gefallener Schnee und wir können uns überlegen, wie wir es verspuren wollen.

Dazu lohnt es,  auf das vergangene Jahr zurück zu blicken  und sich zu fragen „was hat im letzten Jahr in meinem Herzen und  meinem Geist Spuren hinterlassen“? „Welche davon möchte ich für mich in der Erinnerung verewigen und was konnte ich von jenen lernen oder wie konnte ich jene wenden, die mir nicht so willkommen waren?“.

Das ist ein guter Ausgangspunkt, um darüber nachzudenken, welche Pfade wir fortsetzen wollen und welche nicht. Wo gilt es neue Wege einzuschlagen und wer ist diese vielleicht schon vorausgegangen um mir Orientierung zu geben.

Möglicherweise ist es aber auch an uns ganz neue Spuren zu setzen und damit auch andere zu ermutigen. Am besten folgen wir dabei unserem Gewissen und damit ist keine moralische Instanz gemeint oder gar die Meinung anderer. Sondern unsere Herzensstimme, die uns das Bestmögliche für uns UND andere aufzeigt, die uns hilft zu erkennen wo es gerade jetzt auf uns ankommt, weil kein anderer diesen Weg jetzt gehen könnte. Diese Haltung ermutigt uns Sinn zu geben anstatt Sinn zu finden.
Der Bestseller-Autor und Geschichtsprofessor Yuval Noah Harari schreibt dazu : „Wir hoffen einen Sinn zu finden, indem wir uns in irgendeine vorgefertigte Erzählung über das Universum einfügen, doch gemäß der liberalen Interpretation der Welt ist es in Wahrheit genau umgekehrt. Das Universum gibt mir keinen Sinn. Ich gebe dem Universum Sinn.“

Ob der Weg erfolgreich ist wird sich weisen und sollte uns vorerst nicht weiter kümmern. Denn Erfolg ist eine Folge…..
eine Folge beherzter Entscheidungen.

So hinterlassen wir  SINN-SPUREN.  Viel Freude dabei!

 

P.S.: meine Literatur-Empfehlung zum Jahresbeginn : Yuval Noah Harari „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“

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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit….

…..fast jeder kennt diesen berühmten Roman-Titel von Marcel Proust. Kaum einer hat das siebenteilige Werk gelesen, das mehrere tausend Seiten umfasst und prägend ist für die französische Romanliteratur des frühen 20ten Jahrhunderts. Viele haben aber schon vom „Proust-Effekt“ gehört, der sich auf jene Stelle am Beginn des Romans bezieht, als der Protagonist ein Biskuit, eine sogenannte „Madeleine“ in den Tee eintaucht und beim Geschmack desselben unwillkürlich an seine Kindheit erinnert wird. Der Effekt der hier zufällig entsteht, kann auch ganz bewusst gesucht und kultiviert werden. Weihnachten ist eine Zeit, die dazu einlädt, nicht zuletzt mittels Ritualen, schöne Momente aufleben und erleben zu lassen.

In der Bibliotherapie nutzen wir die heilende Kraft von Büchern, deren Geschichten und Protagonisten oft stellvertretend  ähnliche Fragen unseres Lebens lösen und uns ermutigen es ihnen gleich zu tun.

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit gibt uns Antworten auf die Frage, wie wir mit der vergangenen Zeit umgehen können. Erst im letzten Band „die wiedergefundene Zeit“ entdeckt der Autor, dass vergangene Zeit nicht verlorene sondern verewigte Zeit ist und wir Kraft der Erinnerung Gutes immer wieder neu erleben und entdecken können.

Freude kann also kultiviert werden und Weihnachten ist die beste Gelegenheit es Marcel Proust gleich zu tun.

Viel Freude dabei!

 

P.S.: Kennen Sie und nutzen Sie die drei Arten der Freude? Es sind die Vorfreude, die Mitfreude und die Nachfreude.

 

Foto: Claudia Blake – claudiablakephotography.com

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  • Liebe Daniela,
    Danke für Erinnerungen an die eine oder andere Kinderparty in meiner französischen Schulzeit, an meine Frankreichreisen und, und ist eigentlich essentiell, an viele schöne Momente in denen ich Madelaines gegessen habe… naja, an alle kann ich mich nicht erinnern 😉. Danke Alles Liebe Walter

  • So wie ein Baum, dessen Stamm Schicht um Schicht umfasst, ist unser Leben Vergangenheit um Vergangenheit. Und so verstehe ich eine Narbe an einem Baum sowie an mir selbst nicht mehr und nicht weniger als Zeugnis meines (Über-)Lebens. Was auch immer wir erleben: wir leben!


Zuhörend wirksam werden

In der Woche der Wirksamkeit, die vom 22. bis 25.Oktober 2018 im Kardinal König Haus stattgefunden hat, gab es am Tag „Wirksam durch Vertrauen“ einen Impuls der Autorin Renate Welsh zum Thema Sprache als Element der Gestaltung der Wirklichkeit.  Aber auch Sprache als menschliche Verantwortung, steckt doch schon das Wort „Antwort“ darin. Vor der Antwort steht das Zuhören.
Folgende Zitate von Frau Welsh möchte ich hiermit aus tiefer Überzeugung gerne teilen:

„Zuhörend erweitern wir den Horizont unserer Wirksamkeit. Wer dem Anderen nicht zuhören kann, ist zur Einzelhaft verdammt die menschenrechts-widrig ist, weil er sich selbst nicht beim Denken und Fühlen zuhören kann.“

Hand aufs Herz, wie oft hören wir scheinbar zu und formulieren dabei schon unsere Antwort, unsere Meinung oder sogar unsere Entgegnung. Wirkliches Zuhören bedeutet ganz beim Anderen zu sein, die eigene Meinung für einen Augenblick völlig loszulassen. Das kann nur wer zuvor in guter Selbstfürsorge ganz bei sich war ohne dort beharrend „in Einzelhaft“ zu verbleiben.

 

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Wörtlich zum Sinn finden

Am 04. Oktober durfte ich am Viktor Frankl zum Thema „LOGOS & LOGOS – wörtlich zum Sinn finden“ vortragen. Dieser Vortrag ist aus meiner Leidenschaft  für Literatur und Logopädagogik entstanden. Der französische Schriftsteller Charles Nodier formuliert das so:
„GLEICH NACH DER LUST, BÜCHER ZU BESITZEN, KOMMT DAS VERGNÜGEN, ÜBER SIE ZU REDEN.“  Dem kann ich mich nur anschließen.
Aber der Vortrag sollte ja nicht nur mir genüge tun sondern  mehr „SINNSATION“ als SENSATION  sein: also sinnvoll für die Vortragende und die Zuhörer, die dabei Impulse und Haltegriffe aus der Literatur zur Bewältigung des Lebens bekommen sollen.

Im Anfang war das Wort heißt es im Johannes-Evangelium. Gemeint könnte sein, dass die Schöpfung, das Menschsein untrennbar mit dem Gespräch, dem Wort und somit der Fähigkeit sich wörtlich und sinngemäß in Beziehung zur Welt zu setzen, verbunden ist.
In kaum einer anderen Therapie hat das Wort, das Gespräch so eine zentrale Bedeutung wie in der Logotherapie, der Logopädagogik. DAS Instrument der Logotherapie ist die Sprache!
Der Lesende ist oft ein Fragender -jeder, der große Literatur liest, sucht etwas darin.
Ein Roman ist oftmals auch die verschriftlichte Form von Fragen, die sich der Schriftsteller selbst stellt…und/oder ein Versuch den Leser zur Antwort zu führen.
In großer Literatur geht es meistens -endlich einmal- nicht um Leistung, Effizienz und Geld, sondern um das, was unser Menschsein ausmacht. Die Frage nach dem Sinn, unserer Lebensaufgabe die Beschäftigung mit unserer Endlichkeit…das sind die zentralen Themen.
Da der Vortrag so schnell ausverkauft war, soll es alsbald einen neuen Termin im größeren Kreis geben.
Neuigkeiten dazu dann, sobald verfügbar auf meiner Website.

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2018-ZWEITAUSENDACHTSAM

In einem Newsletter bekam ich die wunderbare Inspiration 2018, also Zweitausendachtzehn zu Zweitausendachtsam zu machen.
Die Achtsamkeits-Methode MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) entwickelt vom Mediziner und Gründer der Stress Reduction Clinic Jon Kabat Zinn
hat schon vor vielen Jahren mein Interesse geweckt. Darüber zu lesen ist eines, in die praktische Erprobung zu gehen etwas anderes und nachdem ich für meine Coaching-Klienten und Klientinnen gerne den Weg voran gehe, habe ich mich zu einem 8 wöchigen Kurs angemeldet. In diesem Kurs werden teilweise aus  Hatha Yoga, Vipassana und Zen stammende, aufeinander abgetimmte Achtsamkeitsübungen erläutert und durchgeführt.

Meine wichtigste Lektion aus der ersten Sitzung ist die Unterscheidung von Achtsamkeit und Konzentration; ich kann sehr konzentriert arbeiten und dennoch dabei unachtsam – vor allem mit mir selber. Achtsamkeit  heißt immer die Wahrnehmung auf eigene Empfindungen zu lenken, sich selbst mit ein zu beziehen.
Daher kann uns auch der wundervollste Flow (wenn wir auf die eigenen Bedürfnisse vergessen) ins Burnout führen.

Achtsamkeit heißt aber nicht NUR achtsam mit mir selbst, sondern auch achtsam mit meinem Gegenüber und meinem Umfeld.

Für mich persönlich darf Achtsamkeit nicht zum Selbstzweck werden. Wenn ich nur mehr auf meine eigenen Gefühle schiele, werde ich sicher nicht zufriedener. In der Logotherapie würden wir diesen Zustand mit Hyperreflexion oder Hyperintention beschreiben: gefangen in der Selbstzentrierung oder Zweck-Orientierung.
Was wir wohl immer brauchen ist eine Sinn-Orientierung auf Jemanden oder Etwas für das wir liebevoll aufgehen und das Bestmögliche erwirken wollen (bestmöglich für uns UND andere).

Im Achtsamkeitskurs konnte ich auch endlich die  viel-zitierte Rosinen-Übung ausprobieren bei der eine Rosine auf achtsamste Weise gesehen, berührt und geschmeckt wird. Wer besonders achtsam ist, schmeckt die Traube in der Rosine und spürt den Sonnenschein und die Regentropfen auf dem Weinstock, an dem die Traube gereift ist. Wer kein Rosinenliebhaber ist (soll es ja geben) kann diese Übung mit jedem beliebigen anderen Lebensmittel machen und dabei auch den Entstehungsweg nachvollziehen und sich dankbar all der Menschen entsinnen, die daran beteiligt waren.
Achtsamkeit und Dankbarkeit sind auf besondere Weise verbunden und die Freude, das Glück eine wunderschöne Folge davon.

 

 

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Herbstzeitlose

Da sind sie wieder: die Herbstzeitlosen. Und jedes Jahr aufs Neue werden Kindheitserinnerungen wach, wenn ich beim spätsommerlichen Laufen die Blumen entdecke, die den Sommer noch einmal hochleben lassen, bevor sie ihn verabschieden. In der französischen Schule, die ich als Kind besucht habe, war das Lied „colchiques dans les prés“ ein Klassiker, der gerne zu Schulbeginn gesungen wurde. Der Refrain besagt, dass diese Blüten in der Wiese, das Ende des Sommers ankündigen.

Der Name Herbstzeitlose bezieht sich auf die Bedeutung von „lost“, das  soviel heißt wie „vorhersagen“.

Klingt für manche vielleicht wehmütig – doch es ist wie immer eine Frage der Perspektive. Trauern wir um das was nicht mehr ist oder freuen wir uns über das was war, was hinter uns liegt. Die einen sagen, was hinter uns liegt ist vorbei. Die anderen nennen es verewigt. Nichts ist so sicher wie das Vergangene, geborgen in unserer Schatzkiste der Erinnerung. Ich persönlich fühle mich im Spätsommer immer Sonnen-satt, erholt, genährt vom Müßiggang und daher auch wieder voller Tatendrang und Funktionslust. Das Licht wird sanfter, die Energie wieder gesammelter und ruhiger.

Buchtipp:

Wer noch einmal in nostalgische Sommer-Gefühle eintauchen möchte und auch in frühere Zeiten, der liest am besten Nachsommer von Adalbert Stifter.
Man fühlt den Schatten des Kirschbaumes, riecht das Heu und den Sommer-Regen und ist dank der nostalgischen Sprache zurückversetzt in ein anderes Jahrhundert.

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Das Leben ist (k)ein Wunschkonzert.

Ähnlich wie in der Musik, ist das Thema oft vorgegeben. Wie wir dieses aber interpretieren und inszenieren und welche Melodie wir daraus entstehen lassen, bleibt uns überlassen. Wie gut, wenn wir darin früh geschult werden. Als meine Tochter von der Schule heimkam, erzählte sie mir, dass die Nachmittags-Betreuerin zwei kleine Schachteln mit einem Schlitz auf dem Deckel aufgestellt hat: auf einer Schachtel steht „SORGEN“ – auf der anderen „WÜNSCHE“. Dazu wurden kleine Zettel aufgelegt, auf denen die Kinder ihre Sorgen und Wünsche notieren und in die entsprechende Box einwerfen konnten. Die Zettel aus der Sorgen-Box werden dann in einem feierlichen Osterfeuer verbrannt und somit fachgerecht entsorgt. Jene aus der Wunsch-Box werden von der Nachmittags-Betreuerin gelesen und – so sie sich auf den Unterricht beziehen – im Idealfall erfüllt. Wünsche, die die Kinder nicht preisgeben wollen, werden an Luftballons gebunden und in den Himmel geschickt so wie die Samen einer Löwenzahn-Blume -nachdem man sich etwas gewünscht hat- im Wind verstreut werden.

Erfülltes Leben heißt keinesfalls verdrängen der Sorgen und Ängste. Vielmehr geht es darum  wahrzunehmen was ist  und dann eine bewusste Entscheidung zu treffen, um im schicksalhaften Raum trotzdem einen Freiraum zu entdecken. Bei allen Sorgen und Ängsten können wir eine Unterscheidung treffen, ob es sich um liebevolle Sorgen handelt, die in Wünsche umformuliert werden können oder um Sorgen, die es besser zu entsorgen gilt. Vor allem in zwischenmenschlichen Beziehungen lohnt es sich statt Sorgen, Bitten zu artikulieren. Bei  einer Bitte entscheidet der Empfänger, ob er diese erfüllen möchte, frei von Konsequenzen.

Der Mensch ist eben keine triviale Maschine bei der jeder negative Reiz zu einer negativen Reaktion führen muss. Wir haben die Gabe zu entscheiden, kreativ zu werden und oftmals können wir Negatives in Positives verwandeln. Zumindest aber haben wir bei gleichzeitigem Vorhandensein von  Negativem und Positivem die Wahl wo wir unseren Blick verstärkt hinlenken. Und im schlechtesten Fall haben wir noch immer die Möglichkeit unsere Einstellung zu einer unveränderlichen negativen Situation positiv zu gestalten. Denn man kann sich über alles ärgern, muss es aber nicht. Wir entscheiden ob wir Verwalter oder Gestalter unseres Schicksals sind.

So verwandeln wir ein „largo“ in ein „allegro“ und sammeln Kraft für den neuerlichen Auftakt, den ersten Bogenstrich zur neuen Melodie.

P.S: Andreas Altmann hat eine ungestüme Liebeserklärung an das Leben geschrieben. In seinem Buch „Gebrauchsansweisung für das Leben“ lässt er uns an kleinen Alltags-Episoden teilnehmen, die die großen Fragen des Lebens beantworten. So erzählt er zum Beispiel von einer gemeinsamen Busfahrt, die er zufälligerweise mit zwei Leserinnen seiner Bücher teilt. Die eine spuckt auf sein Buch, und die andere heilte diese Erfahrung, da sie von seinen Büchern nicht mehr lassen kann. Wem wir die Macht geben, entscheiden wir…..

 

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„EIN LÖFFELCHEN ZUCKER“…

…“und was bitter ist, wird süß“, wusste schon Mary Poppins. Diese Fürsorglichkeit, die wir Kindern angedeihen lassen, wäre oft auch bei uns selbst angebracht. Viel zu oft vernachlässigen wir unsere Selbstfürsorge und fordern diese dann unausgesprochen von unserem Umfeld oder unserem Partner ein. Bleibt diese Erwartung unerfüllt, wird sie erst zur leisen Forderung und dann zur lauten Anklage, die meist im Gegenteil endet und zum Selbstmitleid führt.

Wer Sinn-stiftend leben und empathisch wirken möchte, fängt am besten bei sich selbst an.
Frei nach dem Stewardessen-Prinzip, das besagt die Sauerstoff-Maske erst bei sich und dann bei den anderen anzulegen, um dem Schicksal des hilflosen Helfers zu entkommen. Warum fällt es uns aber manchmal so schwer, unsere eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu berücksichtigen? Die zentrale Frage scheint mir jene, die mir mein wichtigster Lehrmeister und Mentor Roman Braun vor Jahren gestellt hat: „WIEVIEL WOHLBEFINDEN HÄLTST DU AUS?“.
Was für eine lächerliche Frage, könnte man jetzt meinen; selbstverständlich hält jeder viel davon aus. Doch Hand aufs Herz; wer kennt nicht das schlechte Gewissen, das einen plagt wenn man es sich einfach so gut gehen lässt, eine Extra-Pause gönnt, oder einmal einen halben oder ganzen Tag einfach nichts tut? Wer hat nicht schon mal diese innere Stimme gehört, die sagt „erst die Arbeit, dann das Vergnügen; no pain, no gain…..“

Vielleicht fürchten wir uns auch davor nach einem kleinen Löffelchen Zucker hemmungslos zu werden und drei weitere Löffel nachzuschaufeln. Das passiert allerdings am ehesten nach langer Entbehrung. Die Kunst der Selbstfürsorge besteht darin uns rechtzeitig und in kleinen Dosen Gutes zu tun. 20 bewusste Atemzüge, 15 Min Spaziergang in der Natur wachsam stauenden mit allen Sinnen, 1 Kapitel in unserem Lieblingsbuch bei einer guten Tasse Tee, eine schöne Hör-CD am Weg zum nächsten Termin statt Nachrichten oder Telefonieren.

P.S.: die bezaubernde Illustration am Anfang dieses Blogs verdanke ich Marie-Thérèse Czapka. Was sie in die Hände bekommt wird auf magische Weise schöner, bunter und lebendiger. Wer mehr von ihr sehen möchte: www.ateliermtc.com

Filmtipp: In „saving mister banks“ schildern eine großartige Emma Thompson und ein fantastischer Tom Hanks die Begegnung zwischen der Autorin von Mary Poppins: P.L Travers und dem legendären Walt Disney, der alle Hebel in Bewegung setzen muss, um die Autorin zu überzeugen, Mary Poppins auf die Leinwand zu bringen. Dies gelingt erst, nachdem sich Travers der eigenen Vergangenheit stellt, loslässt, erlaubt wieder Kind zu sein und der Fröhlichkeit einen Platz in ihrem Leben zu geben.

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  • OOOOHHH WIIIE WUNDERBAR!!! Congratulations liebste Daniela und herzlichen Dank für diese himmlischen Worte! Im Moment halte ich das „mir gut gehen lassen“ seeehr gut aus! Alles alles Gute für deinen Blog, dein Fan bin ich jetzt schon!!! 1000 Bussis Lisi 🌺

  • Das ist sehr schön, danke. ich erlaube mir so gern, wieder Kind zu sein. hab gestern an Dich gedacht und daran, dass wir uns VIEL zu lang nicht gesehen haben. lass uns dieser Tage hören, um was auszumachen. Sehnsucht! Bisous

  • Heya im for the first time here. I found this board and I find It really useful &amp it helped me out much. I hope to give something back and help others like you aided me. edckebkdddfa

  • Ich schließe mich ganz den vorhergehenden Kommentaren an – WUNDERBAR geschrieben und so wahr!! Ein guter Anstoß an mich selbst in der gerade intensiven Zeit, BEWUSST auf mich selbst zu achten. Auch ohne schlechtem Gewissen meinem Sprössling gegenüber – denn auch er hat mehr von einer ausgeglichenen, zufriedenen Mama 😉
    Freu‘ mich schon auf den nächsten Blog!

  • Im genuinely enjoying the style and layout of one’s website. Its a very uncomplicated on the eyes which makes it a great deal much more enjoyable for me to come here and pay a visit to far more typically. Did you hire out a designer to make your theme? Excellent perform! dddbcbkdeaaa

  • Wie recht du – mit deinen wie immer sehr sorgfältig gewählten Worten – hast! Es ist wichtig, sich einfach „herauszunehmen“ zu können und sich selbst ganz bewusst Gutes zu tun. Das ist oft ein langer Prozess, denn am ehesten neigen wir ja dazu, uns selbst zu vernachlässigen.

    Du gibst deinen Lesern hier eine ganz wichtige Botschaft an die Hand. Danke dafür!

    Liebe Grüße,
    Claudia

    • Vielen Dank liebe Claudia. Du sagst es: Selbstfürsorge ist oft die herausforderndste und der Grad zwischen Altruismus und Egoismus ist manchmal schmal.


Jobrotation auf der Antarktis

Jahreszeiten sind eine Einladung, uns mit Themen zu beschäftigen, die sie mit sich bringen. Wenn Schnee, Eis und Kälte an der Tagesordnung stehen, kann man daran verzweifeln und heiße Sommertage heraufbeschwören oder sich vom Winter verzaubern lassen.
Wer es gerne märchenhaft hat, liest die Schneekönigin, wer botanisch interessiert ist, vertieft sich darin, wie die Schneerose unter der Schneedecke die Blüte vorbereitet.
Die Abenteurer begeben sich auf Expedition in die Antarktis und lernen dabei Historisches und höchst Aktuelles gleichzeitig. Wer auf den Spuren der ENDURANCE, der Expedition des britischen Polarforschers Ernest Shackleton im Jahre 1914-1916 wandelt, entdeckt ein beispielhaftes Meisterstück an Führungskunst in Krisen-Situationen.

Wenige Monate nachdem das Schiff zum Südpol in See stach, blieb sie im Packeis stecken. Die Situation spitzte sich so zu, dass die 28 Männer an Bord schließlich das Schiff verlassen und über fünf Monate am Eis bei Durchschnittstemperaturen von minus 30 Grad campieren mussten. Schlussendlich brachte eine fast einwöchige Überfahrt in drei kleinen Rettungsbooten die Mannschaft zur Elephant Island. Von dort brach Shackleton zu einem 800 Meilen-Marsch auf, um die erlösende Rettung bei einer Walfang-Station zu holen.
Dass die Männer nach fast zweijährigem Überlebenskampf unter härtesten Bedingungen körperlich und emotional stabil nach Hause zurückkehren konnten, war dem Krisenmanagement Shackletons zu verdanken. Er verwandelte eine Katastrophe in einen Triumph.

Neben seiner unglaublichen Willenskraft und unerschütterlichen Hoffnungsfähigkeit, hat sich sein sorgfältiges Recruiting, sein Organisations-Talent und die tägliche Arbeit an der Kameradschaft des Teams als überlebens-wichtig erwiesen. Heute wird in Fachbüchern und an der Harvard-University Führungskunst nach Shackleton gelehrt. Unter anderem erfährt man dabei, dass auch und gerade in schwierigsten Zeiten kleine Freiräume der Unbeschwertheit zu widmen sind.

Einer der Erfolgsfaktoren war wohl auch dem Einzelnen Aufmerksamkeit und Anerkennung zu schenken und gleichzeitig alle an die Gemeinschaft zu erinnern. In der Zusammenstellung der Mannschaft achtete er auf unterschiedlichste und sich ergänzende Kompetenzen und dennoch ließ er ab und an jeden die Arbeit des anderen verrichten und Hierarchien verschwinden.

Vielleicht hat er sich das ja von den Pinguinen abgeschaut.
Es muss ein fantastisches Ereignis sein mehrere tausende Pinguine an einem Fleck stehen zu sehen, so wie meine Freundin es bei ihrem Antarktis-Aufenthalt beobachten durfte. Dank der großartigen Fotos, die sie mir für diesen Blog zur Verfügung gestellt hat, durfte ich an diesem beeindruckenden Erlebnis ein wenig teilhaben.
Es gelingt den Tieren bei eisigsten Temperaturen im Innersten der Formation Plus-Grade entstehen zu lassen. Das Geheimnis besteht nicht nur im engen Zusammen-Stehen sondern im Wechsel der Positionen. Die Pinguine, die am äußersten Rand stehen, wechseln sich mit jenen, die innen stehen ab. Jobrotation auf der Antarktis eben!

Buch und Filmtipp:
Ich empfehle bei einer guten Tasse heißem Tee mit dem Film zu starten: „Shackleton –Verschollen im ewigen Eis/2 Teile“ (mit Kenneth Branagh) und danach mit der Lektüre „Shackletons Führungskunst – was Manager von dem großen Polarforscher lernen können“ von Stephanie Capparell und Margit Morrell fortzusetzen.

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  • ENDLICH werden wir wieder einmal erinnert, dass wir uns nicht täglich neu erfinden müssen, sondern es auch schon in frühen Jahren g´scheite Menschen gab, deren Ansätze heute mehr denn je Gültigkeit erlangen.
    P.S.: Die Pinguine finde ich grossartig 🙂