Das Leben ist (k)ein Wunschkonzert.

Ähnlich wie in der Musik, ist das Thema oft vorgegeben. Wie wir dieses aber interpretieren und inszenieren und welche Melodie wir daraus entstehen lassen, bleibt uns überlassen. Wie gut, wenn wir darin früh geschult werden. Als meine Tochter von der Schule heimkam, erzählte sie mir, dass die Nachmittags-Betreuerin zwei kleine Schachteln mit einem Schlitz auf dem Deckel aufgestellt hat: auf einer Schachtel steht „SORGEN“ – auf der anderen „WÜNSCHE“. Dazu wurden kleine Zettel aufgelegt, auf denen die Kinder ihre Sorgen und Wünsche notieren und in die entsprechende Box einwerfen konnten. Die Zettel aus der Sorgen-Box werden dann in einem feierlichen Osterfeuer verbrannt und somit fachgerecht entsorgt. Jene aus der Wunsch-Box werden von der Nachmittags-Betreuerin gelesen und – so sie sich auf den Unterricht beziehen – im Idealfall erfüllt. Wünsche, die die Kinder nicht preisgeben wollen, werden an Luftballons gebunden und in den Himmel geschickt so wie die Samen einer Löwenzahn-Blume -nachdem man sich etwas gewünscht hat- im Wind verstreut werden.

Erfülltes Leben heißt keinesfalls verdrängen der Sorgen und Ängste. Vielmehr geht es darum  wahrzunehmen was ist  und dann eine bewusste Entscheidung zu treffen, um im schicksalhaften Raum trotzdem einen Freiraum zu entdecken. Bei allen Sorgen und Ängsten können wir eine Unterscheidung treffen, ob es sich um liebevolle Sorgen handelt, die in Wünsche umformuliert werden können oder um Sorgen, die es besser zu entsorgen gilt. Vor allem in zwischenmenschlichen Beziehungen lohnt es sich statt Sorgen, Bitten zu artikulieren. Bei  einer Bitte entscheidet der Empfänger, ob er diese erfüllen möchte, frei von Konsequenzen.

Der Mensch ist eben keine triviale Maschine bei der jeder negative Reiz zu einer negativen Reaktion führen muss. Wir haben die Gabe zu entscheiden, kreativ zu werden und oftmals können wir Negatives in Positives verwandeln. Zumindest aber haben wir bei gleichzeitigem Vorhandensein von  Negativem und Positivem die Wahl wo wir unseren Blick verstärkt hinlenken. Und im schlechtesten Fall haben wir noch immer die Möglichkeit unsere Einstellung zu einer unveränderlichen negativen Situation positiv zu gestalten. Denn man kann sich über alles ärgern, muss es aber nicht. Wir entscheiden ob wir Verwalter oder Gestalter unseres Schicksals sind.

So verwandeln wir ein „largo“ in ein „allegro“ und sammeln Kraft für den neuerlichen Auftakt, den ersten Bogenstrich zur neuen Melodie.

P.S: Andreas Altmann hat eine ungestüme Liebeserklärung an das Leben geschrieben. In seinem Buch „Gebrauchsansweisung für das Leben“ lässt er uns an kleinen Alltags-Episoden teilnehmen, die die großen Fragen des Lebens beantworten. So erzählt er zum Beispiel von einer gemeinsamen Busfahrt, die er zufälligerweise mit zwei Leserinnen seiner Bücher teilt. Die eine spuckt auf sein Buch, und die andere heilte diese Erfahrung, da sie von seinen Büchern nicht mehr lassen kann. Wem wir die Macht geben, entscheiden wir…..

 

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.