Herbstzeitlose

Da sind sie wieder: die Herbstzeitlosen. Und jedes Jahr aufs Neue werden Kindheitserinnerungen wach, wenn ich beim spätsommerlichen Laufen die Blumen entdecke, die den Sommer noch einmal hochleben lassen, bevor sie ihn verabschieden. In der französischen Schule, die ich als Kind besucht habe, war das Lied „colchiques dans les prés“ ein Klassiker, der gerne zu Schulbeginn gesungen wurde. Der Refrain besagt, dass diese Blüten in der Wiese, das Ende des Sommers ankündigen.

Der Name Herbstzeitlose bezieht sich auf die Bedeutung von „lost“, das  soviel heißt wie „vorhersagen“.

Klingt für manche vielleicht wehmütig – doch es ist wie immer eine Frage der Perspektive. Trauern wir um das was nicht mehr ist oder freuen wir uns über das was war, was hinter uns liegt. Die einen sagen, was hinter uns liegt ist vorbei. Die anderen nennen es verewigt. Nichts ist so sicher wie das Vergangene, geborgen in unserer Schatzkiste der Erinnerung. Ich persönlich fühle mich im Spätsommer immer Sonnen-satt, erholt, genährt vom Müßiggang und daher auch wieder voller Tatendrang und Funktionslust. Das Licht wird sanfter, die Energie wieder gesammelter und ruhiger.

Buchtipp:

Wer noch einmal in nostalgische Sommer-Gefühle eintauchen möchte und auch in frühere Zeiten, der liest am besten Nachsommer von Adalbert Stifter.
Man fühlt den Schatten des Kirschbaumes, riecht das Heu und den Sommer-Regen und ist dank der nostalgischen Sprache zurückversetzt in ein anderes Jahrhundert.

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Das Leben ist (k)ein Wunschkonzert.

Ähnlich wie in der Musik, ist das Thema oft vorgegeben. Wie wir dieses aber interpretieren und inszenieren und welche Melodie wir daraus entstehen lassen, bleibt uns überlassen. Wie gut, wenn wir darin früh geschult werden. Als meine Tochter von der Schule heimkam, erzählte sie mir, dass die Nachmittags-Betreuerin zwei kleine Schachteln mit einem Schlitz auf dem Deckel aufgestellt hat: auf einer Schachtel steht „SORGEN“ – auf der anderen „WÜNSCHE“. Dazu wurden kleine Zettel aufgelegt, auf denen die Kinder ihre Sorgen und Wünsche notieren und in die entsprechende Box einwerfen konnten. Die Zettel aus der Sorgen-Box werden dann in einem feierlichen Osterfeuer verbrannt und somit fachgerecht entsorgt. Jene aus der Wunsch-Box werden von der Nachmittags-Betreuerin gelesen und – so sie sich auf den Unterricht beziehen – im Idealfall erfüllt. Wünsche, die die Kinder nicht preisgeben wollen, werden an Luftballons gebunden und in den Himmel geschickt so wie die Samen einer Löwenzahn-Blume -nachdem man sich etwas gewünscht hat- im Wind verstreut werden.

Erfülltes Leben heißt keinesfalls verdrängen der Sorgen und Ängste. Vielmehr geht es darum  wahrzunehmen was ist  und dann eine bewusste Entscheidung zu treffen, um im schicksalhaften Raum trotzdem einen Freiraum zu entdecken. Bei allen Sorgen und Ängsten können wir eine Unterscheidung treffen, ob es sich um liebevolle Sorgen handelt, die in Wünsche umformuliert werden können oder um Sorgen, die es besser zu entsorgen gilt. Vor allem in zwischenmenschlichen Beziehungen lohnt es sich statt Sorgen, Bitten zu artikulieren. Bei  einer Bitte entscheidet der Empfänger, ob er diese erfüllen möchte, frei von Konsequenzen.

Der Mensch ist eben keine triviale Maschine bei der jeder negative Reiz zu einer negativen Reaktion führen muss. Wir haben die Gabe zu entscheiden, kreativ zu werden und oftmals können wir Negatives in Positives verwandeln. Zumindest aber haben wir bei gleichzeitigem Vorhandensein von  Negativem und Positivem die Wahl wo wir unseren Blick verstärkt hinlenken. Und im schlechtesten Fall haben wir noch immer die Möglichkeit unsere Einstellung zu einer unveränderlichen negativen Situation positiv zu gestalten. Denn man kann sich über alles ärgern, muss es aber nicht. Wir entscheiden ob wir Verwalter oder Gestalter unseres Schicksals sind.

So verwandeln wir ein „largo“ in ein „allegro“ und sammeln Kraft für den neuerlichen Auftakt, den ersten Bogenstrich zur neuen Melodie.

P.S: Andreas Altmann hat eine ungestüme Liebeserklärung an das Leben geschrieben. In seinem Buch „Gebrauchsansweisung für das Leben“ lässt er uns an kleinen Alltags-Episoden teilnehmen, die die großen Fragen des Lebens beantworten. So erzählt er zum Beispiel von einer gemeinsamen Busfahrt, die er zufälligerweise mit zwei Leserinnen seiner Bücher teilt. Die eine spuckt auf sein Buch, und die andere heilte diese Erfahrung, da sie von seinen Büchern nicht mehr lassen kann. Wem wir die Macht geben, entscheiden wir…..

 

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„EIN LÖFFELCHEN ZUCKER“…

…“und was bitter ist, wird süß“, wusste schon Mary Poppins. Diese Fürsorglichkeit, die wir Kindern angedeihen lassen, wäre oft auch bei uns selbst angebracht. Viel zu oft vernachlässigen wir unsere Selbstfürsorge und fordern diese dann unausgesprochen von unserem Umfeld oder unserem Partner ein. Bleibt diese Erwartung unerfüllt, wird sie erst zur leisen Forderung und dann zur lauten Anklage, die meist im Gegenteil endet und zum Selbstmitleid führt.

Wer Sinn-stiftend leben und empathisch wirken möchte, fängt am besten bei sich selbst an.
Frei nach dem Stewardessen-Prinzip, das besagt die Sauerstoff-Maske erst bei sich und dann bei den anderen anzulegen, um dem Schicksal des hilflosen Helfers zu entkommen. Warum fällt es uns aber manchmal so schwer, unsere eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu berücksichtigen? Die zentrale Frage scheint mir jene, die mir mein wichtigster Lehrmeister und Mentor Roman Braun vor Jahren gestellt hat: „WIEVIEL WOHLBEFINDEN HÄLTST DU AUS?“.
Was für eine lächerliche Frage, könnte man jetzt meinen; selbstverständlich hält jeder viel davon aus. Doch Hand aufs Herz; wer kennt nicht das schlechte Gewissen, das einen plagt wenn man es sich einfach so gut gehen lässt, eine Extra-Pause gönnt, oder einmal einen halben oder ganzen Tag einfach nichts tut? Wer hat nicht schon mal diese innere Stimme gehört, die sagt „erst die Arbeit, dann das Vergnügen; no pain, no gain…..“

Vielleicht fürchten wir uns auch davor nach einem kleinen Löffelchen Zucker hemmungslos zu werden und drei weitere Löffel nachzuschaufeln. Das passiert allerdings am ehesten nach langer Entbehrung. Die Kunst der Selbstfürsorge besteht darin uns rechtzeitig und in kleinen Dosen Gutes zu tun. 20 bewusste Atemzüge, 15 Min Spaziergang in der Natur wachsam stauenden mit allen Sinnen, 1 Kapitel in unserem Lieblingsbuch bei einer guten Tasse Tee, eine schöne Hör-CD am Weg zum nächsten Termin statt Nachrichten oder Telefonieren.

P.S.: die bezaubernde Illustration am Anfang dieses Blogs verdanke ich Marie-Thérèse Czapka. Was sie in die Hände bekommt wird auf magische Weise schöner, bunter und lebendiger. Wer mehr von ihr sehen möchte: www.ateliermtc.com

Filmtipp: In „saving mister banks“ schildern eine großartige Emma Thompson und ein fantastischer Tom Hanks die Begegnung zwischen der Autorin von Mary Poppins: P.L Travers und dem legendären Walt Disney, der alle Hebel in Bewegung setzen muss, um die Autorin zu überzeugen, Mary Poppins auf die Leinwand zu bringen. Dies gelingt erst, nachdem sich Travers der eigenen Vergangenheit stellt, loslässt, erlaubt wieder Kind zu sein und der Fröhlichkeit einen Platz in ihrem Leben zu geben.

Kommentare (16)

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  • OOOOHHH WIIIE WUNDERBAR!!! Congratulations liebste Daniela und herzlichen Dank für diese himmlischen Worte! Im Moment halte ich das „mir gut gehen lassen“ seeehr gut aus! Alles alles Gute für deinen Blog, dein Fan bin ich jetzt schon!!! 1000 Bussis Lisi 🌺

  • OOOOHHHH WIIIIE WUNDERBAR!!! Congratulations liebe Daniela und herzlichen Dank für diese himmlischen Worte!
    Alles, alles Gute für deinen Blog, dein Fan bin ich jetzt schon!!! 1000 Bussi, deine Lisixx

  • Das ist sehr schön, danke. ich erlaube mir so gern, wieder Kind zu sein. hab gestern an Dich gedacht und daran, dass wir uns VIEL zu lang nicht gesehen haben. lass uns dieser Tage hören, um was auszumachen. Sehnsucht! Bisous

  • Herzlichen Dank für diesen wunderbaren Text, er hat mir gerade in einem schwierigen Augenblick ein Lächeln ins Gesicht gezaubert!

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  • Ich schließe mich ganz den vorhergehenden Kommentaren an – WUNDERBAR geschrieben und so wahr!! Ein guter Anstoß an mich selbst in der gerade intensiven Zeit, BEWUSST auf mich selbst zu achten. Auch ohne schlechtem Gewissen meinem Sprössling gegenüber – denn auch er hat mehr von einer ausgeglichenen, zufriedenen Mama 😉
    Freu‘ mich schon auf den nächsten Blog!

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  • Wie recht du – mit deinen wie immer sehr sorgfältig gewählten Worten – hast! Es ist wichtig, sich einfach „herauszunehmen“ zu können und sich selbst ganz bewusst Gutes zu tun. Das ist oft ein langer Prozess, denn am ehesten neigen wir ja dazu, uns selbst zu vernachlässigen.

    Du gibst deinen Lesern hier eine ganz wichtige Botschaft an die Hand. Danke dafür!

    Liebe Grüße,
    Claudia

    • Vielen Dank liebe Claudia. Du sagst es: Selbstfürsorge ist oft die herausforderndste und der Grad zwischen Altruismus und Egoismus ist manchmal schmal.


Jobrotation auf der Antarktis

Jahreszeiten sind eine Einladung, uns mit Themen zu beschäftigen, die sie mit sich bringen. Wenn Schnee, Eis und Kälte an der Tagesordnung stehen, kann man daran verzweifeln und heiße Sommertage heraufbeschwören oder sich vom Winter verzaubern lassen.
Wer es gerne märchenhaft hat, liest die Schneekönigin, wer botanisch interessiert ist, vertieft sich darin, wie die Schneerose unter der Schneedecke die Blüte vorbereitet.
Die Abenteurer begeben sich auf Expedition in die Antarktis und lernen dabei Historisches und höchst Aktuelles gleichzeitig. Wer auf den Spuren der ENDURANCE, der Expedition des britischen Polarforschers Ernest Shackleton im Jahre 1914-1916 wandelt, entdeckt ein beispielhaftes Meisterstück an Führungskunst in Krisen-Situationen.

Wenige Monate nachdem das Schiff zum Südpol in See stach, blieb sie im Packeis stecken. Die Situation spitzte sich so zu, dass die 28 Männer an Bord schließlich das Schiff verlassen und über fünf Monate am Eis bei Durchschnittstemperaturen von minus 30 Grad campieren mussten. Schlussendlich brachte eine fast einwöchige Überfahrt in drei kleinen Rettungsbooten die Mannschaft zur Elephant Island. Von dort brach Shackleton zu einem 800 Meilen-Marsch auf, um die erlösende Rettung bei einer Walfang-Station zu holen.
Dass die Männer nach fast zweijährigem Überlebenskampf unter härtesten Bedingungen körperlich und emotional stabil nach Hause zurückkehren konnten, war dem Krisenmanagement Shackletons zu verdanken. Er verwandelte eine Katastrophe in einen Triumph.

Neben seiner unglaublichen Willenskraft und unerschütterlichen Hoffnungsfähigkeit, hat sich sein sorgfältiges Recruiting, sein Organisations-Talent und die tägliche Arbeit an der Kameradschaft des Teams als überlebens-wichtig erwiesen. Heute wird in Fachbüchern und an der Harvard-University Führungskunst nach Shackleton gelehrt. Unter anderem erfährt man dabei, dass auch und gerade in schwierigsten Zeiten kleine Freiräume der Unbeschwertheit zu widmen sind.

Einer der Erfolgsfaktoren war wohl auch dem Einzelnen Aufmerksamkeit und Anerkennung zu schenken und gleichzeitig alle an die Gemeinschaft zu erinnern. In der Zusammenstellung der Mannschaft achtete er auf unterschiedlichste und sich ergänzende Kompetenzen und dennoch ließ er ab und an jeden die Arbeit des anderen verrichten und Hierarchien verschwinden.

Vielleicht hat er sich das ja von den Pinguinen abgeschaut.
Es muss ein fantastisches Ereignis sein mehrere tausende Pinguine an einem Fleck stehen zu sehen, so wie meine Freundin es bei ihrem Antarktis-Aufenthalt beobachten durfte. Dank der großartigen Fotos, die sie mir für diesen Blog zur Verfügung gestellt hat, durfte ich an diesem beeindruckenden Erlebnis ein wenig teilhaben.
Es gelingt den Tieren bei eisigsten Temperaturen im Innersten der Formation Plus-Grade entstehen zu lassen. Das Geheimnis besteht nicht nur im engen Zusammen-Stehen sondern im Wechsel der Positionen. Die Pinguine, die am äußersten Rand stehen, wechseln sich mit jenen, die innen stehen ab. Jobrotation auf der Antarktis eben!

Buch und Filmtipp:
Ich empfehle bei einer guten Tasse heißem Tee mit dem Film zu starten: „Shackleton –Verschollen im ewigen Eis/2 Teile“ (mit Kenneth Branagh) und danach mit der Lektüre „Shackletons Führungskunst – was Manager von dem großen Polarforscher lernen können“ von Stephanie Capparell und Margit Morrell fortzusetzen.

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  • ENDLICH werden wir wieder einmal erinnert, dass wir uns nicht täglich neu erfinden müssen, sondern es auch schon in frühen Jahren g´scheite Menschen gab, deren Ansätze heute mehr denn je Gültigkeit erlangen.
    P.S.: Die Pinguine finde ich grossartig 🙂


„Der Sinn ruft!“

Als Mutter eines 15 jährigen Sohnes  frage ich mich immer wieder, ob ich meine Eltern-Rolle gut erfülle. Es scheitert heute in unserer Wohlstands-Gesellschaft ja nicht am „zu wenig“ sondern oft „am zuviel“. Glücklicherweise passieren dann Ereignisse wie diese, die mich zuversichtlich stimmen und meinem Grübeln sofort Einhalt geben:
Am vorletzten Urlaubs-Tag in den Bergen erwähnte mein Sohn, dass er sich für morgen den Wecker auf 5.30 stellen würde. Ursprünglich habe ich dem nicht so viel Bedeutung zugemessen.
Aber dann kam der nächste morgen und weder die minus 11 Grad, noch der Sturm, noch die morgendlich, eigentlich nächtliche Finsternis haben ihn abhalten können, schnurstracks aufzustehen, sich anzuziehen und sich im Hotel-Foyer einzufinden.

Dort wartete der Rest der Gruppe – eine  Gemeinschaft von Jugendlichen unterschiedlichsten Alter, die sich alljährlich hier findet und zusammen wächst.

Sie haben beschlossen gemeinsam 1 Std. auf den Berg zu wandern, um den Sonnenaufgang zu sehen und dann ins Dorf runter zu rodeln.

Beim Frühstück erzählten Sie mit müden Augen aber leuchtendem Blick von dem beeindruckenden Morgen-Erlebnis.  Es war ein Sinn-Anruf in Gemeinschaft ein schönes Erlebnis zu teilen, das offensichtlich so erstrebenswert war, dass das frühe Aufstehen und  das disziplinierte Hinauf-Stapfen bei eisiger Kälte überstrahlt wurde.

Wer ein Warum im Leben hat, erträgt jedes Wie, sagte schon Nietzsche.

Und wer weiß, ob dieses Erlebnis gleichermaßen eindrucksvoll gewesen wäre, ohne der Anstrengung im Vorfeld? Ich habe mir das Video angeschaut und so die schönen Bilder geteilt  – das Erlebnis-Gefühl in der Gemeinschaft,  konnte ich dabei nicht teilen, nur erahnen und mich daran freuen, dass mein Sohn es für sich entdeckt hat.
Sinn kann schließlich nicht verordnet und nicht gegeben werden, nur gefunden.
Der erste Schritt zum wahren Glück besteht darin aus dem eigenen Selbst herauszutreten und um draußen zu bleiben, braucht es eine Aufgabe die uns ganz in Anspruch nimmt. Dann schreiben wir biographische Episoden und füllen unsere Scheune des Lebens.
Wer den Sinn-Anruf hören will, muss lauschen, wach sein und bereit,  aus sich herauszutreten.

Buchtipp: Die hellen Tage von Zsuzsa Bánk erzählt die Geschichten von drei Familien und begleitet die jungen Helden und ihre Freundschaft auf ihrem Lebensweg zum Erwachsen-Werden.
Einer meiner Lieblingssätze aus dem Buch: „Wir fielen durch helle Tage und vergaßen die Zeit.“

 

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  • Liebe Daniela,
    wie wahr! Gestern bin ich um 2:30 aufgestanden um den Sonnenaufgang vom Adam’s Peak zu beobachten. Dabei ist mir das Aufstehen nicht sonderlich schwer gefallen – was man sonst nicht immer behaupten kann 😉 – und der tolle Ausblick hat es 10x gelohnt :). Den Frühstückstee nach dem Abstieg habe ich mir dann mit 3 Löffel Zucker gegönnt 😉

    • Lieber Dominik!
      großartig! Danke für Dein Beispiel. Müßiggang wird eben erst dann wirklich erfüllend wenn er einer schöpferischen Tätigkeit folgt.
      ..und jede noch so große Anstrengung kann bewältigt werden, wenn sie auf eine Sinn-stiftende Zukunft ausgerichtet ist.


„Zufall ist der Ort, an dem das Wunder nisten kann.“ Viktor Frankl

Der taufrische erste Morgen des neuen Jahres verströmt eine kostbare, verheißungsvolle aber auch Ehrfurcht einflößende Energie. Gut begonnen soll es werden, die ersten Spuren achtsam gesetzt, damit der weitere Verlauf in die gewünschte Richtung begünstigt wird.
So ähnlich geht es mir mit dem ersten Blog-Beitrag des  Jahres. Seit Tagen überlege ich was der SINN-vollste Anfang sein könnte. Neubeginn, Wachstum, Entwicklung und Entfaltung sind die Schlagwörter in meinem Kopf. Am Beginn der Ideen-Sammlung kann ich mich zwischen den unzähligen Impulsen nicht entscheiden; Am Ende scheint mir keiner erlesen genug.  Das Pendel  zwischen Optionalität und Perfektionismus schlägt rastlos hin und her, bis ich mich daran erinnere, was schon oft zum Gelingen geführt hat: Ich schaffe einen Landeplatz für den Zufall und somit für das Wunder.
Es handelt sich hier keinesfalls um fatalistische Hoffnungslosigkeit sondern vielmehr um ein fokussiertes Innehalten. Ich bringe mein innerliches Pendel zur Ruhe, werde still und besonders achtsam, um auch wirklich ganz da zu sein, wenn sich das Richtige offenbart.

Und da lag dieses Pergament-Röllchen auf meinem Frühstückstisch – liebevoll zusammengehalten von einer roten Kordel – in einem Glas neben einer Hyazinthen-Zwiebel.  Eine  Neujahrs-Aufmerksamkeit des Hotels. Noch ehe ich die Kordel löste, ahnte ich, dass ich der Antwort nahe war. Bei jeder Zeile stellte sich die Gewissheit ein. Das ist die Botschaft, die ich gesucht habe und teilen wollte:

„Wachsen heißt nicht, möglichst schnell, möglichst groß werden.
Wachsen heißt: ganz behutsam und allmählich die uns eigene und angemessene Größe entwickeln, bis wir den Himmel in uns berühren!“

Wie bei einer Blumenzwiebel, die im Kern schon die volle Blüte trägt, ist auch bei uns Menschen nichts hinzuzufügen. Unter der Schneedecke bereitet sich die Natur zu Jahresbeginn auf ihr Wachstum vor und lädt uns ein es ihr gleich zu tun.
Willkommen im neuen Jahr.

 

Mein Buchtipp für den Jänner: Richard Powers  – das größere Glück. Ganz egal ob man sich von der Geschichte der Protagonistin, bei der ein besonderes Glücks-Gen entdeckt wurde, hinreißen lässt oder von den unzähligen Erkenntnissen in dem Buch zum Thema Glück…. Dieses Buch ist eine fast meditative Angelegenheit über die großen Lebensfragen. Eine Wundertüte voller weiser Zitate, spannender wissenschaftlicher Erkenntnisse und Anregungen wie dieser: „Schreib den Tagebucheintrag für den Tag in der Zukunft, den Du auf jeden Fall erleben willst.“

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  • „ZUFALL IST DER ORT, AN DEM DAS GLÜCK NISTEN KANN.“
    Funktioniert aber nur dann, wenn wir dem Zufall auch eine Chance geben. Wer es nicht immer wieder schafft, der „Alltagstretmühle“ zu entfliehen, wird nicht mit „positiven“ Zufällen überrascht, sondern vielmehr von seiner eigenen „Planungssicherheit“ überrollt.